| 412.014.006 |
| Liechtensteinisches Landesgesetzblatt |
| Jahrgang 2014 |
Nr. 126 |
ausgegeben am 6. Mai 2014 |
Verordnung
vom 29. April 2014
über die berufliche Grundbildung Coiffeuse/Coiffeur mit Fähigkeitszeugnis (FZ)
1
Aufgrund von Art. 26 des Berufsbildungsgesetzes (BBG) vom 13. März 2008,
LGBl. 2008 Nr. 103, verordnet die Regierung:
Art. 1
Berufsbild
Coiffeusen und Coiffeure auf Stufe FZ beherrschen namentlich folgende Tätigkeiten und zeichnen sich durch folgende Haltungen aus:
a) Sie handeln kunden- und qualitätsorientiert und kommunizieren respektvoll, freundlich und situationsgerecht. Sie betreuen und beraten Kundinnen/Kunden fachkundig. Dabei berücksichtigen sie die Kundenwünsche sowie die Haarqualität, die Gesichtsform und die Körperproportionen.
b) Sie beurteilen den Zustand der Haare und der Kopfhaut und behandeln und pflegen diese entsprechend. Sie planen und führen selbständig Haarschnitte sowie Veränderungen in Form und Farbe aus und gestalten Frisuren.
c) Sie beurteilen Coiffeurprodukte, wenden diese nach der Gebrauchsanweisung an und erklären Kundinnen/Kunden deren Nutzen. Sie empfehlen und verkaufen Produkte und Hilfsmittel für den Heimgebrauch.
d) Sie sorgen für eine angenehme Atmosphäre im Betrieb, integrieren sich in das Team und gestalten ihre persönlichen Lern- und Arbeitsschritte. Sie bilden sich stetig weiter, um den sich wandelnden Anforderungen hinsichtlich Techniken und Modetrends zu entsprechen.
e) Sie organisieren und pflegen den Arbeitsplatz, halten die betrieblichen Hygienevorschriften ein und achten auf die ökonomische und ökologische Anwendung von Produkten.
f) Sie sind aufmerksam gegenüber Gefahren im betrieblichen Alltag und schützen sich selbst sowie die Kundinnen/Kunden. Bei ihren Arbeiten setzen sie die Vorschriften des Gesundheitsschutzes, der Arbeitssicherheit und des Umweltschutzes pflichtbewusst um.
Art. 2
Dauer und Beginn
1) Die berufliche Grundbildung dauert drei Jahre.
2) Inhaberinnen/Inhabern eines Berufsattests Coiffeuse BA/Coiffeur BA wird das erste Jahr der beruflichen Grundbildung angerechnet.
3) Der Beginn der beruflichen Grundbildung richtet sich nach dem Schuljahr der zuständigen Berufsfachschule.
II. Ziele und Anforderungen
Art. 3
Bildungsinhalte
1) Die Ziele und Anforderungen der beruflichen Grundbildung werden in Form von Handlungskompetenzen nach Art. 4 beschrieben.
2) Die Handlungskompetenzen beinhalten Fachkompetenzen, Methodenkompetenzen, Sozial- und Selbstkompetenzen.
3) Beim Aufbau der Handlungskompetenzen arbeiten alle Lernorte eng zusammen und koordinieren ihre Beiträge.
Art. 4
Handlungskompetenzen
Die Ausbildung umfasst in den folgenden Handlungskompetenzbereichen die nachstehenden Handlungskompetenzen:
a) Betreuen von Kundinnen/Kunden:
1. Kundinnen/Kunden empfangen, betreuen und verabschieden,
2. Termine für Dienstleistungen vereinbaren,
3. Arbeitsschritte vorbereiten,
4. mit Kritik und Kundenreklamationen umgehen,
5. Kundenkartei führen;
b) Beraten und Verkaufen von Dienstleistungen und Produkten:
1. Dienstleistungen empfehlen und verkaufen,
2. Produkte empfehlen und verkaufen,
3. Hilfsmittel für den Heimgebrauch empfehlen und verkaufen,
4. Waren und Dienstleistungen präsentieren und lagern,
5. sich stetig weiterbilden;
c) Behandeln und Pflegen von Kopfhaut und Haaren:
1. Kopfhaut und Haardiagnose erstellen und entsprechendes Produkt wählen,
2. Kopfhaut und Haare schamponieren,
3. Kopfhautpflege ausführen,
4. Haarpflege ausführen;
d) Schneiden von Haaren:
1. kompakte Form waagrecht und diagonal schneiden,
2. graduierte Form waagrecht und diagonal schneiden,
3. länger werdende Stufung schneiden,
4. gleichmässige Stufung schneiden,
5. länger werdende Stufung kombinierte Form schneiden,
6. Messerhaarschnitte ausführen,
7. Übergangstechniken schneiden,
8. Effilationstechniken ausführen,
9. Kombinationen verschiedener Schnitttechniken schneiden,
10. Bartformen schneiden und ausrasieren;
e) farbliches Verändern von Haaren:
1. Diagnose erstellen und Farbveränderungen planen,
2. Farbveränderungen durchführen,
3. verschiedene Strähnentechniken mit geeigneten Hilfsmitteln anwenden;
f) dauerhaftes Umformen von Haaren:
1. Diagnose erstellen und Umformungsprodukte wählen,
2. Haare mit verschiedenen Techniken und Hilfsmitteln dauerhaft umformen;
g) Gestalten von Frisuren:
1. Haare mit verschiedenen Hilfsmitteln und Föhngeräten formen,
2. Haare mit Wasserwellwicklern und anderen Hilfsmitteln formen,
3. Haare mit Heizgeräten in ihrer Form verändern,
4. Haare frisieren und Frisurenfinish durchführen;
h) Organisieren und Pflegen des Arbeitsumfelds:
1. Arbeitsgeräte, Arbeitsumgebung pflegen und warten sowie betriebliche Hygiene gemäss den brancheninternen Vorschriften einhalten,
2. persönliche Lern- und Arbeitsschritte gestalten,
3. ökonomische und ökologische Zusammenhänge der Betriebsführung kennen und Weiterbildung planen;
i) Sicherstellen der Arbeitssicherheit, des Gesundheitsschutzes und des Umweltschutzes:
1. Abfall bewirtschaften,
2. Unfälle verhüten.
III. Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz
Art. 5
2
1) Die Anbieter der Bildung geben den Lernenden zu Beginn und während der Bildung Vorschriften und Empfehlungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz, insbesondere zur Gefahrenkommunikation (Gefahrensymbole, Piktogramme, Gebotszeichen) in diesen drei Bereichen, ab und erklären sie ihnen.
2) Diese Vorschriften und Empfehlungen werden an allen Lernorten vermittelt und in den Qualifikationsverfahren berücksichtigt.
3) Den Lernenden wird an allen Lernorten das Wissen über nachhaltige Entwicklung, insbesondere über den Ausgleich zwischen gesellschaftlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Interessen, vermittelt.
4) Gemäss Art. 12 ArGV V können die Lernenden entsprechend ihrem Ausbildungsstand für die im Anhang zum Bildungsplan aufgeführten Arbeiten herangezogen werden.
5) Voraussetzung für einen Einsatz nach Abs. 4 ist, dass die Lernenden entsprechend den erhöhten Gefährdungen ausgebildet, angeleitet und überwacht werden; diese besonderen Vorkehrungen werden im Anhang zum Bildungsplan als begleitende Massnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes festgelegt.
IV. Anteile der Lernorte und Unterrichtssprache
Art. 6
Anteile der Lernorte
1) Die Bildung in beruflicher Praxis erfolgt über die ganze Dauer der beruflichen Grundbildung im Durchschnitt an vier Tagen pro Woche.
2) Die schulische Bildung im obligatorischen Unterricht erfolgt in 1 080 Lektionen. Davon entfallen auf den Sportunterricht 120 Lektionen.
3) Die überbetrieblichen Kurse umfassen insgesamt mindestens 12 und höchstens 14 Tage zu acht Stunden. Im letzten Semester der beruflichen Grundbildung finden keine überbetrieblichen Kurse mehr statt.
Art. 7
Unterrichtssprache
1) Unterrichtssprache ist in der Regel die Landessprache.
2) Zweisprachiger Unterricht in der Landessprache und in einer Fremdsprache ist empfohlen.
3) Die Regierung kann andere Unterrichtssprachen zulassen.
V. Bildungsplan und Allgemeinbildung
Art. 8
Bildungsplan
1) Der von den verantwortlichen Organisationen der Arbeitswelt erarbeitete und vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) genehmigte Bildungsplan gilt in Liechtenstein als anerkannt.
2) Der Bildungsplan hat folgenden Inhalt:
a) er enthält das Qualifikationsprofil; dieses besteht aus:
1. dem Berufsbild,
2. der Übersicht der Handlungskompetenzbereiche und der Handlungskompetenzen, und
3. dem Anforderungsniveau des Berufes;
b) er führt die Inhalte der Grundbildung sowie die Bestimmungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz aus und bestimmt, an welchen Lernorten welche Handlungskompetenzen vermittelt und gelernt werden;
c) er beinhaltet die Lektionentafel der Berufsfachschule;
d) er bezeichnet die Trägerschaft der überbetrieblichen Kurse und legt deren Organisation und Aufteilung über die Dauer der beruflichen Grundbildung fest;
e) er bezieht die Handlungskompetenzen konsistent auf das Qualifikationsverfahren und beschreibt dessen System.
3) Dem Bildungsplan angefügt ist die Liste der Unterlagen zur Umsetzung der beruflichen Grundbildung mit Titel und Bezugsquelle.
Art. 9
Allgemeinbildung
Für die Allgemeinbildung gilt die Verordnung über Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung.
VI. Anforderungen an die Anbieter der betrieblich organisierten Grundbildung
Art. 10
Fachliche Mindestanforderungen an Berufsbildnerinnen/Berufsbildner
Die fachlichen Mindestanforderungen an eine Berufsbildnerin/einen Berufsbildner erfüllt, wer über eine der folgenden Qualifikationen verfügt:
a) Coiffeuse FZ/Coiffeur FZ und mit mindestens vier Jahren Berufspraxis und einem zusätzlich zur Qualifikation nach Art. 51 Abs. 3 BBG absolvierten Didaktikmodul;
b) gelernte Coiffeuse Fachrichtung/gelernte Coiffeuse Fachrichtung Herren, gelernter Coiffeur Fachrichtung Damen/gelernter Coiffeur Fachrichtung Herren mit Fähigkeitszeugnis und mit mindestens vier Jahren Berufspraxis und einem zusätzlich zur Qualifikation nach Art. 51 Abs. 3 BBG absolvierten Didaktikmodul;
c) Coiffeuse/Coiffeur mit Fachausweis und dem Nachweis eines zusätzlich zur Qualifikation nach Art. 51 Abs. 3 BBG absolvierten Didaktikmoduls;
d) diplomierte Coiffeuse/diplomierter Coiffeur und dem Nachweis eines zusätzlich zur Qualifikation nach Art. 51 Abs. 3 BBG absolvierten Didaktikmoduls.
Art. 11
Höchstzahl der Lernenden
1) Betriebe, welche eine Berufsbildnerin/einen Berufsbildner zu 100 % oder zwei Berufsbildnerinnen/Berufsbildner zu je mindestens 60 % beschäftigen, dürfen eine lernende Person ausbilden.
2) Mit jeder zusätzlichen Beschäftigung einer Fachkraft zu 100 % oder von zwei Fachkräften zu je mindestens 60 % darf eine weitere lernende Person im Betrieb ausgebildet werden.
3) Als Fachkraft gilt, wer im Fachbereich der lernenden Person über ein Fähigkeitszeugnis oder über eine gleichwertige Qualifikation verfügt.
4) In Betrieben, die nur eine lernende Person ausbilden dürfen, kann eine zweite lernende Person ihre Bildung beginnen, wenn die erste in das letzte Jahr der beruflichen Grundbildung eintritt.
5) In besonderen Fällen kann das Amt für Berufsbildung und Berufsberatung einem Betrieb, der seit mehreren Jahren Lernende mit überdurchschnittlichem Erfolg ausgebildet hat, die Überschreitung der Höchstzahl der Lernenden bewilligen.
VII. Lern- und Leistungsdokumentation
Art. 12
Im Betrieb
1) Die lernende Person führt eine Lerndokumentation, in der sie laufend alle wesentlichen Arbeiten, die erworbenen Fähigkeiten und ihre Erfahrungen im Betrieb festhält.
2) Die Berufsbildnerin/der Berufsbildner kontrolliert und unterzeichnet die Lerndokumentation einmal pro Semester. Sie oder er bespricht sie mindestens einmal pro Semester mit der lernenden Person.
Art. 13
Bildungsbericht
1) Die Berufsbildnerin/der Berufsbildner hält am Ende jedes Semesters den Bildungsstand der lernenden Person in einem Bildungsbericht fest. Sie oder er stützt sich dabei auf die Leistungen in der beruflichen Praxis und auf Rückmeldungen über die Leistungen in der Berufsfachschule und in den überbetrieblichen Kursen. Sie oder er bespricht den Bildungsbericht mindestens einmal pro Semester mit der lernenden Person.
2) Die Berufsbildnerin/der Berufsbildner und die lernende Person vereinbaren wenn nötig Massnahmen zum Erreichen der Bildungsziele und setzen dafür Fristen. Sie halten die getroffenen Entscheide und Massnahmen schriftlich fest.
3) Die Berufsbildnerin/der Berufsbildner überprüft die Wirkung der vereinbarten Massnahmen nach der gesetzten Frist und hält den Befund im Bildungsbericht fest.
4) Werden die Ziele der vereinbarten Massnahmen nicht erreicht oder ist der Ausbildungserfolg gefährdet, teilt die Berufsbildnerin/der Berufsbildner dies den Vertragsparteien und dem Amt für Berufsbildung und Berufsberatung schriftlich mit.
Art. 14
In der schulischen Bildung und in der schulisch organisierten Grundbildung
Die Anbieter der schulischen Bildung und die Anbieter schulisch organisierter Grundbildungen dokumentieren die Leistungen der Lernenden in den unterrichteten Bereichen und stellen ihnen am Ende jedes Semesters ein Zeugnis aus.
VIII. Qualifikationsverfahren
Art. 15
Zulassung
Zu den Qualifikationsverfahren wird zugelassen, wer die berufliche Grundbildung erworben hat:
a) nach den Bestimmungen dieser Verordnung;
b) in einer dafür zugelassenen Bildungsinstitution; oder
c) ausserhalb eines geregelten Bildungsganges, soweit sie oder er:
1. die nach Art. 46 Abs. 3 BBG erforderliche Erfahrung erworben hat;
2. von dieser beruflichen Erfahrung mindestens drei Jahre im Bereich der Coiffeuse FZ/des Coiffeurs FZ erworben hat; und
3. glaubhaft macht, den Anforderungen der Abschlussprüfung (Art. 17) gewachsen zu sein.
Art. 16
Gegenstand der Qualifikationsverfahren
In den Qualifikationsverfahren ist nachzuweisen, dass die Handlungskompetenzen nach Art. 4 erworben worden sind.
Art. 17
Umfang und Durchführung des Qualifikationsverfahrens mit Abschlussprüfung
1) Im Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung werden die nachstehenden Qualifikationsbereiche wie folgt geprüft:
a) Teilprüfung, im Umfang von drei bis fünf Stunden: Dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende des zweiten Bildungsjahres geprüft. Geprüft werden grundlegende Berufsarbeiten. Die Lerndokumentation und die Unterlagen der überbetrieblichen Kurse dürfen als Hilfsmittel verwendet werden.
b) Praktische Arbeit, als vorgegebene praktische Arbeit (VPA) im Umfang von fünf bis sieben Stunden: Dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft. Die lernende Person muss zeigen, dass sie fähig ist, die geforderten Tätigkeiten fachlich korrekt sowie bedarfs- und situationsgerecht auszuführen. Die Lerndokumentation darf als Hilfsmittel verwendet werden.
c) Berufskenntnisse, im Umfang von drei bis vier Stunden: Dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft. Die lernende Person wird schriftlich oder sowohl schriftlich wie mündlich befragt. Wird eine mündliche Prüfung durchgeführt, so dauert diese höchstens 30 Minuten.
d) Allgemeinbildung: Dieser Qualifikationsbereich richtet sich nach der Verordnung über Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung.
2) In jedem Qualifikationsbereich beurteilen mindestens zwei Prüfungsexpertinnen/Prüfungsexperten die Leistungen.
Art. 18
Bestehen, Notenberechnung, Notengewichtung
1) Das Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung ist bestanden, wenn:
a) der Qualifikationsbereich "praktische Arbeit" mit der Note 4 oder höher bewertet wird; und
b) die Gesamtnote 4 oder höher erreicht wird.
2) Die Gesamtnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel aus der Summe der gewichteten Noten der einzelnen Qualifikationsbereiche der Abschlussprüfung sowie der gewichteten Erfahrungsnote.
3) Die Erfahrungsnote ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe der sechs Semesterzeugnisnoten des berufskundlichen Unterrichts.
4) Für die Berechnung der Gesamtnote werden die einzelnen Noten wie folgt gewichtet:
a) Teilprüfung: 20 %;
b) praktische Arbeit: 30 %;
c) Berufskenntnisse: 20 %;
d) Allgemeinbildung: 20 %;
e) Erfahrungsnote: 10 %.
Art. 19
Wiederholungen
1) Wiederholungen von Qualifikationsverfahren sind höchstens zweimal möglich. Muss ein Qualifikationsbereich wiederholt werden, so ist er in seiner Gesamtheit zu wiederholen.
2) Wird die Abschlussprüfung ohne erneuten Besuch der Berufsfachschule wiederholt, so wird die bisherige Erfahrungsnote beibehalten. Wird der berufskundliche Unterricht während mindestens zwei Semestern wiederholt, so zählen für die Berechnung der Erfahrungsnote nur die neuen Noten.
Art. 20
Spezialfall
1) Hat eine lernende Person die Vorbildung ausserhalb der geregelten beruflichen Grundbildung erworben und die Abschlussprüfung nach dieser Verordnung absolviert, so entfällt die Erfahrungsnote.
2) Für die Berechnung der Gesamtnote werden die einzelnen Noten wie folgt gewichtet:
a) Teilprüfung: 20 %;
b) praktische Arbeit: 30 %;
c) Berufskenntnisse: 30 %;
d) Allgemeinbildung: 20 %.
Art. 21
Fähigkeitszeugnis
1) Wer ein Qualifikationsverfahren erfolgreich durchlaufen hat, erhält ein Fähigkeitszeugnis.
2) Das Fähigkeitszeugnis berechtigt, den gesetzlich geschützten Titel "Coiffeuse FZ"/"Coiffeur FZ" zu führen.
3) Ist das Fähigkeitszeugnis mittels Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung erworben worden, so werden im Notenausweis aufgeführt:
a) die Gesamtnote;
b) die Noten jedes Qualifikationsbereichs der Abschlussprüfung sowie, unter dem Vorbehalt von Art. 20 Abs. 1, die Erfahrungsnote.
X. Kommission für Berufsentwicklung und Qualität
Art. 22
Die Regierung kann eine Kommission bestimmen, der die Förderung der Berufsentwicklung und die Sicherstellung der Qualität der Grundbildung für Coiffeusen/Coiffeure obliegt.
XI. Übergangs- und Schlussbestimmungen
Art. 23
Aufhebung bisherigen Rechts
Die Verordnung vom 17. August 2010 über die berufliche Grundbildung Coiffeuse/Coiffeur mit Fähigkeitsausweis (FZ),
LGBl. 2010 Nr. 204, wird aufgehoben.
Art. 24
Übergangsbestimmungen
1) Lernende, die ihre Bildung als Coiffeuse FZ/Coiffeur FZ vor dem 1. Juni 2014 begonnen haben, schliessen sie nach bisherigem Recht ab.
2) Wer die Lehrabschlussprüfung für Coiffeuse FZ/Coiffeur FZ bis zum 31. Dezember 2018 wiederholt, kann verlangen, nach bisherigem Recht beurteilt zu werden.
Art. 25
Inkrafttreten
1) Diese Verordnung tritt am 1. Juni 2014 in Kraft.
2) Die Bestimmungen über Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel (Art. 15 bis 21) treten am 1. Januar 2017 in Kraft.
3) Die Bestimmungen über die Teilprüfung treten am 1. Januar 2016 in Kraft.
Fürstliche Regierung:
gez. Marlies Amann-Marxer
Regierungsrätin
1
82014 Coiffeuse/Coiffeur
2
Art. 5 abgeändert durch
LGBl. 2018 Nr. 161.